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Aufbruch in Georg-Schwarz-Straße

- In das 1900 erbaute Pfarrhaus mit seiner Fachwerkfassade zieht nun eine Kita ein. Foto Jens Rometsch
Aufbruch in Georg-Schwarz-Straße
Diakonissenhaus errichtet modernen Anbau und Kita / Sanierung des Brunnenviertels startet 2011
Neben der früheren Poliklinik des Diakonissenhauses (links) entsteht ein Neubau, der eine Ruine ersetzt.
Entwurf: Fuchshuber & Partner
Lange galt die Georg-Schwarz-Straße als eine der am schlimmsten heruntergekommen Magistralen in Leipzig. Das ändert sich jetzt. Zuerst rings um das Diakonissenkrankenhaus, wo nun wichtige Baumaßnahmen starten.
Morgen rücken die Bagger in der Georg-Schwarz-Straße 55 an. Dort - direkt neben der Poliklinik des Diakonissenkrankenhauses - steht eine traurige Ruine. Grüne Fangnetze sollen verhindern, dass Dachteile auf die Straße fallen.
"Durch glückliche Umstände konnten wir dieses Grundstück ersteigern", berichtet Christoph Möllering, der Betriebsdirektor des evangelischen Klinikums. Nach dem nun beginnenden Abriss werde dort nahtlos ein Neubau errichtet - für 2,3 Millionen Euro. "In Absprache mit dem Denkmalschutz wurden zuvor alle verwendbaren Raumausstattungen, Türen und Treppenaufgänge aus der Ruine geborgen." Sie befinden sich jetzt zum Beispiel im nagelneuen "Café Schwarz" - genau gegenüber vom Krankenhaus. Dem ersten Café, das seit vielen Jahren in der Georg-Schwarz-Straße eröffnet wurde.
Für das Klinikum sei der moderne Anbau ideal, erläutert Möllering. Ab Juli 2012 sollen darin ein Sanitätshaus, eine Dialyse-Praxis, Bereiche zur vor- und nachstationä-ren Behandlung in Spezialsprechstunden, weitere Kurzzeitpflegeplätze der ökumeni-schen Sozialstation sowie Facharztpraxen öffnen. Der Neubau wurde vom Leipziger Architekturbüro Fuchshuber entworfen. Und zwar so, dass überall barrierefreie Übergänge in die 1928 eingeweihte Poliklinik entstehen. Diese wird seit 2005 durch niedergelassene Ärzte und eine Apotheke genutzt.
"Stationär und ambulant rücken nun noch enger zusammen, was Kosten spart und Vorteile für Patienten wie Ärzte bringt", freut sich Pfarrer Hans-Christoph Runne, der Geschäftsführer des Klinikums. Obwohl auf dessen Gelände schon sieben medizinische Disziplinen durch Praxen vertreten seien, gebe es für das neue "Diakonissen-Ärztehaus" bereits mehr Anfragen als Platzangebot. "Das ist jedoch kein Problem, da wir gemeinsam mit der Stadtbau AG außerdem ein Ärztehaus im benachbarten Brunnenviertel entwickeln."
Ebenfalls in den nächsten Tagen startet die Sicherung und Sanierung des letzten historischen Gebäudes auf dem Klinikareal: dem früheren Pfarrhaus, gelegen gleich neben dem Altenpflegeheim.
In dem uralten Fachwerkhaus soll im April 2012 eine Kita mit 60 Plätzen (davon 21 Krippenplätze) öffnen, die sowohl Anwohnern als auch Mitarbeitern offen steht. 1,2 Millionen Euro kostet dieses Vorhaben des Diakonissenhaus-Vereins. Betreiber wird das Diakonische Werk.
"Die Planung erstellte das Leipziger Architekturbüro Markurt, das besonders auf schadstofffreie, ökologische Baustoffe setzt", so Runne.
Die Leipziger Stadtbau AG beginnt 2011 mit den Bauarbeiten in dem Teil des Brunnenviertels, der dem Krankenhaus gegenüber liegt.
Die dort befindlichen 14 Häuser habe sein Unternehmen schon von der LWB übernommen, erklärt Vorstand Patrik Fahrenkamp. Geplant seien Wohnungen für Mieter und Selbstnutzer, Hausgärten und ein großer Gemeinschaftsgarten. Er wird - mit einem extra gebohrten Brunnen - zum Thema Wasser gestaltet. Ihre genauen Pläne stellt die Stadtbau AG Ende nächster Woche vor: bei einem mehrtägigen Festival in der Georg-Schwarz-Straße. Jens Rometsch
STANDPUNKT
Zeitenwende zwischen Lindenau und Leutzsch
Nächste Woche entscheidet der Stadtrat über das Entwicklungskonzept für die Georg-Schwarz-Straße.
Einige Punkte – wie das Einrichten einer Tempo-30-Zone am Eingang der Magistrale zwischen Lindenbaum und Leutzsch – dürften vielleicht noch Diskussionen hervorrufen. Im Großen und Ganzen ist die Strategie, die aus einem zweijährigen Dialog mit den Einwohnern hervorging, aber goldrichtig. Und sie kommt keinen Tag zu früh. Mit ihr können den vielen Worten nun endlich Taten folgen. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ stehen für die Georg-Schwarz-Straße von 2011 bis 2015 zwei Millionen Euro bereit. Geld, vor allem zur Belebung von Handel und Gewerbe sowie zur Behebung der Verkehrsprobleme. Mit der Stadtbau AG, die immerhin 61 unsanierte Häuser vom kommunalen Großvermieter LWB erwarb, gibt es zudem einen Investor, der gut mit den ganz unterschiedlichen Nachbarn und Initiativen vor Ort kann. Die ergraute Magistrale hat eine echte Chance, bald wieder bunt zu werden.
Von Jens Rometsch - j.rometsch@lvz.de
Leipziger Volkszeitung vom 16. Juni 2011
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Nachricht vom 16.06.2011
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