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Podiumsdiskussion zum sozialen Stadtumbau

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"Leute, optimiert euch!"
Integrierte Stadtentwicklung vor dem Aus? - Forum um Zukunft der Förderprogramme - lindenau

Ein Bürgerforum der Friedrich-Ebert-Stiftung, das sich um die Fragen drehte, steht die "Integrierte Stadtentwicklung vor dem Aus? - Droht den Städten die soziale Spaltung?" ist dieser Tage zu einem Plädoyer für die Fortsetzung verlässlicher Förderprogramme geworden.

Etwa 100 Bürger kamen zu der zweistündigen Debatte ins Kaffee Schwarz in der Georg-Schwarz-Straße. Rede und Antwort standen Bau-Bürgermeister Martin zur Nedden, Christina Weiß vom Stadtteilverein Lindenau, Michael Köppl vom Referat Städtebau des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren sowie Michaela Kotov von der Vereinigten Leipziger Wohnungsgenossenschaft.

Alle Jahre wieder kreise um die Städtebauförderung der Rotstift, dabei mobilisiere öffentliche Förderung auch private Investoren, gab Kotov zu Bedenken. Zudem wünsche sie sich noch mehr " ressort- und akteursübergreifende Förderpolitik sowie effizientere Strukturen". Und: "Für eine soziale Stadtentwicklung muss man sozial gestalten."

"Vor dem Aus steht die Integrierte Stadtentwicklung nicht", unterstrich Köppl: "Man hat erkannt, dass sie wichtig ist, um die Herausforderungen für die Zukunft zu erfüllen." Deswegen laute das Motto: "Leute, optimiert euch vor Ort!" Gleichwohl könne der Freistaat keine Vorgaben, sondern nur Empfehlungen machen. Dennoch räumte Köppl ein: "Es wird enger werden." Zudem gebe es keine Voll-, sondern nur Anschubfinanzierungen. In dem Zusammenhang wies der Staatsbeamte darauf hin, dass nach seiner Erfahrung "viele Fördertöpfe günstiger sind, als nur einer, falls es zu Kürzungen komme".

Gerade in einem Zuviel an unterschiedlichen Fördertöpfen sieht Weiß "die Gefahr der Bürokratisierung. Menschen machen Städte aus. Dieser Denkansatz muss selbstverständlicher werden. Man sollte den Leuten vor Ort mehr zutrauen. Sie könnten sagen, was im Moment dringender gebraucht wird." Gleich ob ein oder mehrere Fördertöpfe. "Was fehlt ist ein Kernprogramm, das die Fäden zusammenhält", kritisierte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. "Der Bund gibt die Richtlinien vor", entgegnete Köppl. "Ein guter Weg wäre, dass man Förderprogramme kombinieren kann. Wir müssen sehen, wo die Knete herkommt."

Ein Bürger fordert, "dass Mittel für bürgerschaftliches Engagement künftig sachgerecht bewilligt und abgerechnet werden. Damit einige sich nicht eine goldene Nase verdienen." Ein 76-jähriger Leipziger hat das Gefühl, "dass die soziale Spaltung droht" und nennt Konflikte wie in London oder Paris. Gibt es bald Wachtürme um Reichenviertel?" Einen Mangel an bezahlbaren Wohnraum befürchtet ein Grünauer.
"Diese Tendenz verhindert unsere wohnungspolitischen Leitlinien. Auch eine Integrierte Stadtentwicklung wirkt dem entgegen", betonte zur Nedden. "Gerade deshalb brauchen wir weiterführende Programme. Leipzig hat früh angefangen, integrierte Konzepte zu entwickeln. Trotz der positiven Entwicklungen gibt es Bereiche, die überdurchschnittliche Probleme aufweisen", so zur Nedden und nannte die Georg-Schwarz-Straße, welche mit EU-Projekten belebt werden soll.
Zudem verbinde der Lindenauer Hafen bald Grünau und Lindenau und könne zum Impulsgeber für andere Stadtteile werden. Und: "Herausforderungen können gleichzeitig Entwicklungspotenzial sein." Notwendig ist die Weiterführung und Bündelung von Förderprogrammen, um Kontinuität und Verlässlichkeit für die Zukunft zu erreichen", lautete das Fazit der Podiumsteilnehmer. Darüber hinaus sollten lokale Akteure noch stärker einbezogen werden.
Ingrid Hildebrandt

Beilage Stadtleben Süd zur Leipziger Volkszeitung vom 2.12.2011
Deswegen laute das Motto:


Nachrichtenübersicht Nachricht vom 08.12.2011
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