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Große Kontinuität bei der Arbeit mit Geflüchteten

Das bestätigen die vier Buchkindermitarbeiter, die seit rund einem Jahr einen Kurs mit Kindern aus Familien mit Fluchthintergrund anbieten. Jeden Montagnachmittag findet in der Gemeinschaftsunterkunft in Leipzig-Lindenau ein offener Buchkinderkurs statt.

Knapp 40 Unterkünfte für Geflüchtete gibt es in Leipzig. Die größten haben Platz für bis zu 500 Menschen, die Gemeinschaftsunterkunft in Leipzig Lindenau gehört mit insgesamt 40 Plätzen zu den -Häusern für gemeinschaftliches Wohnen-. Diese dezentrale Form der Unterbringung wurde in einem Stadtratsbeschluss 2012 verabschiedet und im Anschluss richtete man das Wohnhaus als Unterkunft her. Im Ladengeschäft hat ein Begegnungscafé seinen Platz; in den wärmeren Monaten bietet der von den Bewohnern mitgestaltete Garten im Hinterhof weitere Interaktionsmöglichkeiten. Von außen ist das Haus mit dem Laden kaum als Wohnstätte für Flüchtlinge sichtbar.

-Das wollen wir auch bewusst so halten. Wir wollen den Geflüchteten ein Stück Normalität bieten. Sie sollen hier ankommen, sich wohlfühlen und den Mut finden, das nachbarschaftliche Umfeld zu erkunden. Darüber hinaus fällt es auch Personen aus der Aufnahmegesellschaft leichter, Kontakt aufzunehmen und sich zu engagieren-, sagt Ina Lackert, die Sozialbetreuerin des Hauses.

38 Geflüchtete leben derzeit in dem Mehrfamilienhaus; das sind 8 Familien, darunter 23 Kinder-und Jugendliche. Die Unterkunft dient als Schutzraum während des Asylverfahrens, das im Schnitt ein Jahr dauert. Die Hilfsbereitschaft der Nachbarschaft und von vielen Ehrenamtlichen ist groß. Es gibt zahleiche Angebote –von Deutschkursen bis Fußball. Aber dennoch: -Die Buchkinderarbeit erleben wir hier als etwas ganz Besonderes. Es gibt kaum eine Aktivität, die die Kinder mit so viel Kontinuität und Freude betreiben. Es ist buchstäblich fantastisch, wie viel Kreativität in den Kindern freigesetzt wird, insbesondere da viele von ihnen bisher solche Angebote nicht kannten-; so Ina Lackert weiter.

Woran das liegt? -Alle Mitarbeiter sind den Kindern zugewandt, gehen auf ihre individuellen Bedürfnisse ein und loben sie. Die Kinder spüren sehr schnell, dass wirklich sie gemeint sind. Ohne Wenn und Aber: Für die Kinder ist das nicht alltäglich-. Im Kurs geht es etwas trubelig zu. Ein Kommen und Gehen; Zweijährige schauen genauso vorbei wie 12-jährige. Kleine und große Geschichten sind bereits entstanden –soeben zusammengefasst in dem Buch FON UNS ALEN. Die deutsche Sprache ist schwer, besonders wenn zu Hause noch eine andere Sprache gesprochen wird. So weit gefasst das Alter –so unterschiedlich ist auch die Herkunft der Kinder. Sie kommen aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Pakistan, Syrien... Im Kurs ist klar: hier wird deutsch gesprochen. Spielerisch lernen die Kinder die Sprache des neuen Landes. Herkunft, Vergangenes, Fehlendes sind nicht wichtig. Das wird nicht thematisiert. Die Kinder werden so gelassen, wie sie sind, man hört zu, begleitet. Am Ende entsteht etwas Neues, noch nie Dagewesenes, aber etwas ganz Wunderbares. Ein Hoffnungsschimmer in weitgehend -sprachlosen- Zeiten.

Die Buchkinder bieten auf der Buchmesse wieder ihre Druckwerkstatt und die Ergebnisse der Kinder an; in Buchform und in Lesungen der Kinder aus ihren Büchern. z.B. Die große Welt der kleinen Köpfe am 23.03. um 14 Uhr, Halle 2, Stand J301

Und hier noch ganz aktuell ein weiterer Link zum hören vom MDR: http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-90270.html


Nachrichtenübersicht Nachricht vom 10.03.2017
Autor: Susanne

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