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Verkehrskonzept im Fokus

Bildinhalt: Verkehrskonzept im Fokus | Wohnhäuser in der Georg-Schwarz-Straße. Foto: André Kempner
Wohnhäuser in der Georg-Schwarz-Straße. Foto: André Kempner
 

Verkehrskonzept im Fokus
Forum diskutiert erste Erkenntnisse zur Georg-Schwarz-Straße

Leutzsch
Wie weiter mit der Georg-Schwarz-Straße? Die Magistrale im Leipziger Westen soll Schritt für Schritt wieder zu einer lebendigen Straße in Lindenau und Leutzsch werden. Die städtebaulichen und wirtschaftlichen Problemlagen vergangener Jahrzehnte haben dazu geführt, dass die Georg-Schwarz-Straße ihre Funktion als urbane Wohn- und Geschäftsstraße weitgehend verloren hat. Deshalb arbeitet die Stadt Leipzig gemeinsam mit lokalen Akteuren, Vertretern aus Bürgervereinen, Fachämtern und Politik verstärkt an ihrer Revitalisierung. Soziale Initiativen, eine junge Gründerszene sowie Wächterhäuser- und -läden zeugen von ersten sichtbaren Erfolgen. Zudem finden regelmäßig Foren und Gesprächsrunden, welche die Aufwertung der Magistrale thematisieren, im Leutzscher Stadtteilladen und im Kaffee Schwarz statt.
Bis auf den letzten Platz war der neue Gastro- und Kulturraum gegenüber dem Diakonissenhaus gefüllt, als das künftige Verkehrskonzept für die Georg-Schwarz-Straße erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit Erkenntnissen und Vorschlägen machte Matthias Müller vom beauftragten Planungsbüro Anwohner und Interessierte bekannt. "Untersucht wurden Gebäudezustand und Ladenleerstand, Verkehrs- und Parkplatzsituation", so der Planer "Wir befinden uns derzeit aber noch in der Analysephase und sind für Anregungen dankbar."
Ein erstes Fazit gebe es jedoch bereits: "Bezogen auf das gesamte Leipziger Straßennetz ist die Georg-Schwarz-Straße noch in einem vergleichsweise guten Zustand. Das Problem ist eher die Überlagerung verschiedener Bereiche in einem sehr engen Raum. Hinzu kommen wenig gestalterische Elemente und kaum Grün." Zwar sei die Straße überwiegend von Gebiets- und weniger von Durchgangsverkehr geprägt, Prioritäten müssen dennoch gesetzt werden. "Wir müssen uns davon verabschieden, alle gleichberechtigt zu behandeln." So könne beispielsweise der Radverkehr teilweise durch Parallelstraßen wie die William-Zipperer-Straße geführt werden. Untersucht werden müsse darüber hinaus der Parkdruck: "Brauchen wir mehr Parkplätze für Anwohner und Unternehmer und wo sollten diese sein?" Gut erschlossen sei der Öffentliche Personennahverkehr. Sechs Haltestellen und kurze Abstände zwischen ihnen seien optimal. Doch sie sind nicht behindertengerecht, zudem befinden sich die Gleisanlagen in keinem guten Zustand. Geschaffen werden müssen vor allem sichere Verkehrsquerungen an den Knotenpunkten.
Kritisiert wurden von mehreren Bürgern die teilweise brüchigen Gleise. "Wir werden die losen, schadhaften Stellen ausbessern - ein kompletter Neubau ist jedoch vor 2025 kaum möglich", räumte ein Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe ein. Als eine der wichtigsten Maßnahmen der nächsten Zeit nannte er den barrierefreien Umbau der Haltestelle Diakonissenhaus (möglichst 2013). "Häuser müssen für die Umsetzung nicht abgerissen werden", beantworteten die Planer die Frage einer Anwohnerin.
Sorgen bereitet Inhabern von Handelseinrichtungen die Parksituation vor ihren Geschäften. "Das ist nicht nur Gebietsverkehr, ich habe eine Menge Kunden von außerhalb", gab eine Buchhändlerin zu Bedenken. "Wir betreiben Großhandel. Unsere LKW-Lieferungen kommen mehrmals die Woche", ergänzte der Inhaber eines Werkzeugfachhandels. "Nehmen Sie die Ladenzonen mit in die Planungen auf", bat der Unternehmer.
Ingrid Hildebrandt


Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2011


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